Die richtige Fliegendose zum Fliegenfischen auswählen
Manchmal beginnt ein guter Angeltag nicht mit dem ersten Wurf.
Sondern mit dem Öffnen der Fliegendose.
Ein Blick auf sauber sortierte Trockenfliegen, Nymphen und Streamer. Eine Maifliege steigt wenige Meter entfernt. Du weißt sofort, welches Muster du brauchst – und findest es mit einem Griff.
Genau dafür ist eine gute Fliegenbox gemacht.
Sie soll Fliegen nicht einfach nur aufbewahren. Sie schützt empfindliche Hecheln und CDC-Federn, hält Nymphen übersichtlich sortiert und sorgt dafür, dass selbst größere Streamer sicher transportiert werden.
Doch welche Fliegendose ist die richtige?
Die Antwort hängt vor allem davon ab, was, wo und wie du mit der Fliege fischst.
Fliegendose ist nicht gleich Fliegendose
Wer regelmäßig fliegenfischt, stellt schnell fest: Eine einzige Fliegenbox für alle Situationen ist zwar möglich, aber selten optimal.
Eine #18 Perdigon-Nymphe stellt völlig andere Anforderungen an die Fliegenaufbewahrung als ein voluminöser Hopper oder ein 12 cm langer Streamer.
Entscheidend sind deshalb vor allem:
- Größe und Volumen der Fliegen
- Tiefe der Fliegenbox
- Foam-, Silikon-, Magnet- oder Fachsystem
- Kapazität
- Wasserbeständigkeit
- Größe und Gewicht
- Zugriff am Wasser
Bei MB-Customrods findest du deshalb unterschiedliche Fliegendosen und Fliegenboxen für verschiedene Arten des Fliegenfischens – von kleinen Smallstream-Boxen über kompakte Allround-Fliegendosen bis zur großen Streamerbox. MB CUSTOMRODS
Welche Fliegendose für Trockenfliegen?
Trockenfliegen brauchen vor allem eines:
Platz.
Hecheln, Flügel, CDC und andere empfindliche Materialien sollten beim Schließen der Fliegenbox möglichst nicht zusammengedrückt werden.
Gerade bei größeren Mayflies, Parachutes, Stimulators oder terrestrischen Mustern ist deshalb die Innenhöhe der Fliegendose wichtiger als maximale Kapazität.
Internationale Fly-Box-Konzepte arbeiten deshalb häufig bewusst mit tieferen Bereichen für voluminöse Trockenfliegen und flacheren Bereichen für Emerger und Nymphen. Czech Nymph
Für kleine und mittlere Trockenfliegen eignet sich Slit Foam oder geschlitztes Silikon hervorragend. Der Haken wird in einen vorhandenen Schlitz gesteckt, statt immer wieder neue Löcher in klassisches Foam zu stechen.
Für besonders filigrane Fliegen kann auch eine klassische Fächerbox interessant sein.
Fliegendose für Smallstream und leichte Forellenfischerei
Am kleinen Bach sieht die Welt anders aus.
Eine große Fliegenbox mit mehreren hundert Mustern ist hier meist unnötig.
Ein paar Adams.
Einige kleine Caddis.
Zwei oder drei terrestrische Muster.
Ein paar Goldkopfnymphen.
Vielleicht ein kleiner Woolly Bugger.
Mehr braucht es häufig nicht.
Eine kleine Fliegendose zum Fliegenfischen am Bach passt in Hemd-, Weste- oder Hip-Pack-Tasche und hält die Ausrüstung bewusst reduziert.
Genau für diese Art der Fischerei sind beispielsweise die Soulmate Classic Small Stream Fliegenboxen interessant. MB-Customrods führt sie in unterschiedlichen Größen für kompakte Fliegenauswahl. MB CUSTOMRODS
Das passt zu einer Fischerei, bei der man leicht unterwegs sein möchte.
Eine kurze Fliegenrute.
Eine kleine Box.
Und ein Bach, der hinter der nächsten Kurve verschwindet.
Welche Fliegenbox für Nymphen?
Beim Nymphenfischen verschieben sich die Anforderungen.
Nymphen besitzen wenig Volumen. Deshalb kann eine Nymphenbox deutlich flacher und dichter bestückt sein als eine Fliegendose für Trockenfliegen.
Besonders beim Euro Nymphing und ESN möchte man häufig viele ähnliche Muster systematisch sortieren:
Perdigons nach Größe.
Jig Nymphen nach Gewicht.
Pheasant Tails.
Hare's Ears.
Caddis-Larven.
Und verschiedene Tungsten-Gewichte für unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten und Wassertiefen.
Hier sind Slit-Foam- oder Silikon-Systeme besonders praktisch.
Sie erlauben eine sehr hohe Fliegendichte und gleichzeitig eine klare Organisation.
Eine kompakte Fliegenbox mit vielen eng angeordneten Slots ist deshalb für einen Nymphenfischer oft sinnvoller als eine tiefe klassische Fliegendose.
Magnetische Fliegendosen für kleine Nymphen und Midges
Je kleiner die Fliegen werden, desto interessanter wird ein Magnetsystem.
Wer schon einmal versucht hat, eine winzige #20-Nymphe mit kalten Fingern wieder exakt in einen Foam-Schlitz zu stecken, versteht den Vorteil sofort.
Magnetische Flächen halten kleine Haken und Fliegen schnell fest.
Fishpond kombiniert beispielsweise bei seinen Tacky-Systemen Silikon und magnetische Bereiche.
Der Fishpond Tacky Shallow MagPad Fly Puck ist eine extrem kompakte Möglichkeit, ausgewählte Fliegen griffbereit zu halten. MB CUSTOMRODS
Solche kleinen Lösungen eignen sich hervorragend als Ergänzung zur eigentlichen Fliegendose – etwa für die Muster, die an diesem Tag besonders häufig zum Einsatz kommen.
Die Allround-Fliegenbox – eine Dose für den ganzen Tag
Nicht jeder möchte mehrere Fliegendosen mit ans Wasser nehmen.
Gerade beim klassischen Forellenfischen kann eine Allround-Fliegenbox sinnvoll sein.
Trockenfliegen auf einer Seite.
Emerger und Nymphen auf der anderen.
Dazwischen vielleicht ein paar kleinere Streamer.
Wichtig ist hier eine Kombination aus ausreichender Innenhöhe und flexibler Aufteilung.
Ein gutes Beispiel aus dem MB-Customrods Sortiment ist die Umpqua UPG Silicone Daytripper Mini.
Ihre 3D-FlyTrap-Einlage aus thermoplastischem Elastomer besitzt unterschiedlich lange Schlitze und ist für sehr unterschiedliche Fliegen ausgelegt – von kleinen Trockenfliegen bis zu größeren Hoppern. MB CUSTOMRODS
Das macht sie besonders interessant für Fliegenfischer, die morgens noch kleine Nymphen fischen und am Nachmittag plötzlich einen Hopper ans Vorfach knüpfen.
Silikon oder Foam – was ist besser?
Klassischer Schaumstoff funktioniert seit Jahrzehnten.
Der Haken wird in das Foam gesteckt und dort gehalten.
Mit zunehmender Nutzung entstehen allerdings immer mehr Einstichstellen.
Slit Foam löst dieses Problem teilweise, indem der Haken gezielt in einen vorbereiteten Schlitz geschoben wird.
Silikonsysteme verfolgen einen ähnlichen Ansatz, sind aber besonders formstabil und können Haken sehr sicher halten.
Was besser ist, hängt vom persönlichen Geschmack ab.
Für häufig gewechselte Fliegen und eine sehr strukturierte Fliegenaufbewahrung sind moderne Slit-Foam- oder Silikonsysteme besonders interessant.
Welche Streamerbox ist die richtige?
Spätestens bei Streamern stößt eine normale Fliegendose an ihre Grenzen.
Woolly Bugger in #8?
Kein Problem.
Ein 15 cm langer articulated Pike Streamer?
Ganz andere Geschichte.
Eine gute Streamerbox benötigt vor allem:
Tiefe, Länge und Abstand zwischen den Fliegen.
Lange Schwänze, Flash, Zonker-Strips oder voluminöse Köpfe dürfen beim Schließen der Box nicht permanent gequetscht werden.
Deshalb besitzen spezielle Streamerboxen häufig deutlich größere Abstände zwischen den Slits. Internationale Streamerbox-Konzepte verwenden entsprechend tiefe Gehäuse und vertikal angeordnete Slots für größere Forellen-, Hecht- und Salzwasserstreamer. Viranomainen
Umpqua Streamerbox für größere Fliegen
Für diese Fischerei bietet MB-Customrods beispielsweise die Umpqua UPG Foam Streamer Large an. MB CUSTOMRODS
Eine solche große Streamerbox ist besonders interessant für:
- größere Forellenstreamer
- articulated Streamer
- Hechtfliegen
- Meerforellenstreamer
- größere Woolly Bugger
- kleinere Salzwasserfliegen
Der entscheidende Vorteil gegenüber einer normalen Fliegenbox liegt im Raum.
Ein guter Streamer sollte nicht erst zehn Minuten wieder in Form gebracht werden müssen, nachdem er wochenlang zwischen zwei Schaumstoffflächen gequetscht wurde.
Welche Fliegenbox für Hopper und große Trockenfliegen?
Hopper, große Stoneflies, Stimulators und andere terrestrische Muster stellen ähnliche Anforderungen wie Streamer – allerdings aus einem anderen Grund.
Hier geht es weniger um Länge.
Es geht um Höhe und Volumen.
Foam Bodies, Gummibeine und große Hecheln brauchen Raum.
Eine zu flache Fliegendose kann diese Materialien dauerhaft verformen.
Für Hopper- und Terrestrial-Fischerei ist deshalb eine etwas tiefere Fliegenbox mit großzügigem Abstand zwischen den Fliegen sinnvoll.
Die Umpqua Daytripper-Serie ist beispielsweise ausdrücklich so ausgelegt, dass neben kleinen Trockenfliegen auch größere Hopper aufgenommen werden können. MB CUSTOMRODS
Wasserdichte Fliegenbox – sinnvoll oder übertrieben?
Beim Watfischen ist eine wasserdichte Fliegenbox definitiv sinnvoll.
Ein falscher Schritt.
Die Wathose rutscht über einen Stein.
Die Jackentasche steht kurz unter Wasser.
Und plötzlich ist die gesamte Fliegenaufbewahrung nass.
Eine umlaufende Dichtung schützt die Fliegen in solchen Situationen.
Allerdings gibt es einen wichtigen Punkt:
Wasserdicht funktioniert in beide Richtungen.
Legst du eine nasse Fliege in eine wasserdichte Box und schließt sie, bleibt auch die Feuchtigkeit darin.
Deshalb sollten benutzte Fliegen möglichst trocknen, bevor sie wieder dauerhaft in einer geschlossenen Fliegendose verschwinden.
Fishpond Tacky Pescador – moderne Fliegenaufbewahrung
Für Fliegenfischer, die eine robuste moderne Box suchen, ist die Fishpond Tacky Pescador MagPad Small interessant. MB CUSTOMRODS
Das Tacky-Konzept ist besonders auf übersichtliche, sichere Fliegenaufbewahrung und schnellen Zugriff ausgelegt.
Der zusätzliche MagPad-Bereich ist praktisch für Fliegen, die gerade gewechselt wurden oder gleich wieder benötigt werden.
Statt eine kleine Nymphe sofort wieder zwischen dutzende andere Muster zu sortieren, kann sie zunächst einfach magnetisch abgelegt werden.
Ein kleines Detail.
Aber eines, das man nach einigen Stunden am Wasser schnell zu schätzen lernt.
Holz-Fliegendosen – wenn Funktion auch Charakter haben darf
Nicht jede Fliegendose muss aus Kunststoff bestehen.
Gerade beim klassischen Fliegenfischen haben Fliegendosen aus Holz einen ganz eigenen Reiz.
Sie passen hervorragend zu:
Fiberglass-Fliegenruten,
klassischen Carbonruten,
Bambusruten
und einer bewusst reduzierten Ausrüstung.
Die Soulmate Classic 120 Fliegendose besteht beispielsweise aus massivem englischen Nussholz und besitzt 120 Microschlitze. Sie ist für kleine bis mittlere Trockenfliegen, Nassfliegen und Nymphen ausgelegt und mit 145 × 90 × 30 mm noch kompakt genug für eine klassische Fliegenweste. MB CUSTOMRODS
Hier geht es nicht nur um Fliegenaufbewahrung.
Eine schöne Holzbox entwickelt mit den Jahren denselben Charakter wie eine gut gefischte Fliegenrute.
Eine große Fliegenbox oder mehrere kleine?
Das hängt stark von der eigenen Fischerei ab.
Wer an einem bekannten Bach fischt und genau weiß, welche Muster funktionieren, ist mit einer kleinen Fliegendose oft besser unterwegs.
Wer dagegen an einem unbekannten Gewässer fischt oder auf Reisen ist, benötigt mehr Auswahl.
Eine sehr praktische Strategie ist deshalb:
Eine Hauptbox plus eine kleine Tagesbox.
Die große Fliegenbox bleibt im Rucksack oder Fahrzeug.
In die kleine Tagesbox kommen nur die Muster, die für das aktuelle Gewässer und die erwartete Situation relevant sind.
So trägt man nicht 300 Fliegen durch den ganzen Fluss, obwohl man am Ende vielleicht zehn Muster benötigt.
Fliegenbox nach Einsatzbereich auswählen
| Fliegenfischerei | Sinnvolle Fliegenbox |
|---|---|
| Smallstream | kleine, leichte Fliegendose |
| Trockenfliege | ausreichend tiefe Box, Schutz für Hecheln und CDC |
| Euro Nymphing / ESN | flache Box mit hoher Slit-Dichte |
| Midge-Fischerei | kompakte Box oder Magnet-System |
| Allround Forelle | doppelseitige Slit-Foam-/Silikonbox |
| Hopper & Terrestrials | tiefere Fliegenbox mit viel Freiraum |
| Streamer Forelle | größere Streamerbox |
| Hecht / große Streamer | tiefe Large-Streamerbox |
| Reise | wasserdichte Allroundbox plus kleine Tagesbox |
Wie sollte man seine Fliegen sortieren?
Eine gute Fliegenaufbewahrung spart Zeit am Wasser.
Dabei muss nicht jedes Muster alphabetisch sortiert sein.
Viel sinnvoller ist eine Struktur nach Fischerei.
Bei Trockenfliegen beispielsweise:
Mayflies.
Caddis.
Midges.
Terrestrials.
Bei Nymphen:
Perdigons.
Jig Nymphen.
klassische Nymphen.
Gewichtsklassen.
Und bei Streamern kann nach Größe, Farbe oder Einsatzbereich sortiert werden.
Das Entscheidende ist:
Du solltest die richtige Fliege finden, ohne lange suchen zu müssen.
Wie viele Fliegendosen braucht man wirklich?
Wahrscheinlich weniger, als die meisten Fliegenfischer besitzen.
Aber meistens mehr als eine.
Eine sinnvolle Grundausstattung könnte aus drei Boxen bestehen:
Eine Trockenfliegen-/Allroundbox für Forelle und Äsche.
Eine kompakte Nymphenbox für Nymphen, Perdigons und kleine Muster.
Eine Streamerbox für größere Fliegen.
Wer sehr spezialisiert fischt, ergänzt entsprechend.
Ein Smallstream-Fischer braucht vielleicht nur eine einzige kompakte Box.
Ein Hecht- oder Salzwasserfischer besitzt dagegen schnell mehrere große Streamerboxen.
Die richtige Fliegendose zum Fliegenfischen auswählen
Am Ende sollte eine Fliegenbox zu deiner Fischerei passen – nicht zu der theoretischen Möglichkeit, irgendwann jede denkbare Fliege mitnehmen zu können.
Frag dich deshalb vor dem Kauf:
Welche Fliegen fische ich wirklich?
Sind es kleine Nymphen?
Empfindliche CDC-Trockenfliegen?
Große Hopper?
Oder Streamer?
Wie viel Platz habe ich in Weste, Sling oder Hip Pack?
Brauche ich eine wasserdichte Box?
Und möchte ich eine große Auswahl tragen – oder lieber bewusst reduziert fischen?
Bei MB-Customrods findest du eine Auswahl an Fliegendosen, Fliegenboxen und Streamerboxen von Fishpond, Umpqua, Soulmate Rods und Cling – vom kleinen Fly Puck bis zur großen Streamerbox. MB CUSTOMRODS
Denn die beste Fliegendose ist am Ende nicht diejenige mit den meisten Fliegen.
Es ist die Box, die du am Wasser öffnest – den Blick über die Muster schweifen lässt – und sofort weißt, welche Fliege als Nächstes ans Vorfach gehört.