Hopper Dropper und Dry Dropper – zwei Fliegen, doppelte Chance
Wer sich nicht zwischen Trockenfliege und Nymphe entscheiden möchte, findet im Dry-Dropper-Rig eine der vielseitigsten Taktiken beim Fliegenfischen auf Forellen.
Dabei wird unter einer schwimmenden Trockenfliege eine Nymphe angeboten. Kommt als obere Fliege eine größere Heuschrecken- oder Käferimitation zum Einsatz, spricht man häufig vom Hopper-Dropper-Rig.
Die Trockenfliege ist dabei nicht nur Köder, sondern gleichzeitig ein natürlicher Bissanzeiger für die darunter driftende Nymphe.
Wann ist ein Dry-Dropper-Rig sinnvoll?
Das Dry-Dropper-Rig ist immer dann eine starke Wahl, wenn nicht eindeutig erkennbar ist, ob die Fische an der Oberfläche oder unter Wasser fressen.
Es eignet sich hervorragend zum Absuchen unbekannter Gewässerabschnitte und ermöglicht es, zwei unterschiedliche Wasserschichten gleichzeitig zu befischen.
Besonders effektiv ist die Taktik:
- in flachen bis mitteltiefen Flüssen und Bächen,
- in Rauschen, Strömungskanten und Pocket Water,
- bei vereinzelter Oberflächenaktivität,
- bei niedrigem oder klarem Wasser,
- unter überhängenden Bäumen und entlang bewachsener Ufer,
- während der Käfer- und Heuschreckensaison.
Die Hopper-Dropper-Variante spielt ihre Stärken vor allem im Sommer und Spätsommer aus. Dann gelangen regelmäßig Grashüpfer, Käfer und andere terrestrische Insekten ins Wasser und werden zu einer wichtigen Nahrungsquelle für Forellen.
Die Vorteile der Dry-Dropper-Taktik
Der größte Vorteil liegt in der Kombination zweier Präsentationsebenen.
Während die Trockenfliege sichtbar auf der Oberfläche driftet, fischt die Nymphe darunter in einer tieferen Wasserschicht. So lässt sich schnell herausfinden, wo und worauf die Fische reagieren.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Zwei Wasserschichten werden gleichzeitig befischt.
- Trockenfliege und Nymphe können beide genommen werden.
- Die Trockenfliege dient als natürlicher Bissanzeiger.
- Das Rig wirkt dezenter als ein zusätzlicher Kunststoffindikator.
- Die Tiefe der Nymphe lässt sich einfach anpassen.
- Unbekannte Gewässerbereiche können effizient abgesucht werden.
- Das bevorzugte Fressverhalten der Fische wird schnell sichtbar.
Bleibt die Trockenfliege plötzlich stehen, bewegt sie sich seitlich oder taucht ab, sollte unmittelbar angeschlagen werden. Auch eine sehr kleine Veränderung der Drift kann bereits auf einen Biss an der Nymphe hindeuten.
So wird das Rig aufgebaut
Zunächst wird eine gut schwimmende und möglichst gut sichtbare Trockenfliege an das Vorfach gebunden.
Anschließend wird ein zusätzliches Stück Tippet entweder am Hakenbogen oder am Öhr der Trockenfliege befestigt. Am Ende dieses Tippets folgt die Nymphe.
Als Ausgangspunkt hat sich ein Abstand von etwa 40 bis 80 Zentimetern zwischen Trockenfliege und Nymphe bewährt. Die tatsächliche Länge richtet sich jedoch nach Wassertiefe, Strömung und dem Standort der Fische.
Für ein klassisches Dry-Dropper-Rig eignen sich beispielsweise:
- Parachute Adams,
- Klinkhamer,
- Elk Hair Caddis,
- Stimulators
Als Dropper können unter anderem eingesetzt werden:
- Pheasant Tail,
- Hare’s Ear,
- Perdigons,
- kleine Caddis-Nymphen.

Beim Hopper-Dropper-Rig kommen häufig besonders schwimmfähige Foam-Muster zum Einsatz. Chubby Chernobyls, größere Hopper oder Käferimitationen tragen auch etwas schwerere Tungsten-Nymphen zuverlässig.
Die richtige Balance zwischen Trockenfliege und Nymphe
Trockenfliege und Nymphe müssen aufeinander abgestimmt sein.
Je schwerer die Nymphe, desto größer und schwimmfähiger sollte die obere Fliege gewählt werden. Wird die Trockenfliege durch das Gewicht der Nymphe ständig unter Wasser gezogen, ist das Rig nicht optimal ausbalanciert.
In diesem Fall hilft es:
- eine leichtere Nymphe zu wählen,
- eine größere Trockenfliege einzusetzen,
- Schwimmpräparat zu verwenden,
- den Abstand zwischen den Fliegen anzupassen.
Gerade beim Hopper-Dropper-Fischen ist eine robuste und stark schwimmende Foam-Fliege häufig die beste Wahl.
Die passende Rute für Hopper Dropper
Für diese Taktik sollte die Rute genügend Kraft besitzen, um eine größere Trockenfliege, eine zusätzliche Nymphe und gegebenenfalls etwas mehr Vorfachmaterial kontrolliert zu transportieren.
Gleichzeitig sollte sie ausreichend Gefühl für eine saubere Präsentation und ein kontrolliertes Mending bieten.
Besonders geeignet sind beispielsweise die Winston AIR 2 Fliegenruten ab Schnurklasse 5.
Die Modelle in:
- 8’6” #5
- 9’0” #5
bieten eine sehr gute Kombination aus Präsentation, Schnurkontrolle und Kraft.
Die 8’6”-Variante eignet sich besonders für kleinere bis mittlere Flüsse, bewachsene Ufer und Situationen, in denen eine kompakte, präzise Präsentation gefragt ist.
Die 9’0”-Version bietet etwas mehr Reichweite und Schnurkontrolle. Sie spielt ihre Vorteile besonders beim Mending, in größeren Flüssen und beim Fischen auf mittlere Distanzen aus.
Beide Ruten besitzen genügend Rückgrat, um größere Hopper, Dry-Dropper-Kombinationen oder auch kleinere Streamer sauber zu werfen, ohne dabei auf die feine Winston-typische Präsentation verzichten zu müssen.
Die passende Fliegenschnur
Neben der Rute entscheidet auch die Wahl der Fliegenschnur darüber, wie kontrolliert sich ein Dry-Dropper- oder Hopper-Dropper-Rig werfen lässt.
Unsere Empfehlung für die Winston AIR 2 in Schnurklasse 5 ist die Scientific Anglers MPX WF5F.
Die MPX ist eine halbe Schnurklasse schwerer ausgelegt und besitzt mehr Masse im vorderen Bereich der Keule. Dadurch lädt sie moderne Fliegenruten bereits auf kurze bis mittlere Distanz zuverlässig auf und transportiert auch größere Hopper, buschige Trockenfliegen und beschwerte Nymphen kontrolliert zum Ziel.
Trotz ihrer zusätzlichen Power bleibt die Präsentation angenehm ausgewogen. Genau diese Kombination macht die MPX zu einer idealen Allround-Schnur für das Dry-Dropper-Fischen:
- schnelles Aufladen der Rute,
- sehr gute Kontrolle auf kurze und mittlere Distanz,
- zuverlässiges Strecken längerer Vorfächer,
- genügend Kraft für größere Trockenfliegen und beschwerte Nymphen,
- gute Schnurkontrolle beim Mending,
- dennoch ausreichend Gefühl für eine saubere Präsentation.
Die Winston AIR 2 8’6” #5 bildet zusammen mit der Scientific Anglers MPX eine besonders präzise und kompakte Kombination für kleinere bis mittlere Flüsse, bewachsene Ufer und das gezielte Fischen unter überhängenden Ästen.
An der Winston AIR 2 9’ #5 bietet die MPX zusätzliche Reichweite und eine sehr gute Schnurkontrolle beim Befischen größerer Rinnen, Strömungskanten und weiter entfernter Taschen.
Da die MPX bereits eine halbe Schnurklasse schwerer ausfällt, sollte sie grundsätzlich in der auf der Rute angegebenen Schnurklasse gewählt werden. Für eine Winston AIR 2 #5 ist somit eine MPX WF5F die passende Wahl.
Worauf sollte man beim Fischen achten?
Die Tiefe regelmäßig anpassen
Die Nymphe sollte möglichst in der Tiefe angeboten werden, in der die Forellen fressen.
In flachen Rinnen reichen häufig 30 bis 50 Zentimeter Abstand. In tieferen Gumpen oder schnelleren Strömungen kann ein längeres Dropper-Tippet notwendig sein.
Auf eine dragfreie Drift achten
Trockenfliege und Nymphe werden teilweise von unterschiedlichen Strömungen erfasst. Dadurch kann schnell unnatürlicher Zug entstehen.
Reach Casts, kontrollierte Mends und möglichst wenig Fliegenschnur auf dem Wasser helfen dabei, eine natürliche Drift zu erreichen.
Kontrolliert werfen
Zwei Fliegen erhöhen die Gefahr von Verwicklungen.
Ein weiter, gleichmäßiger Wurfbogen und möglichst wenige Leerwürfe sorgen für eine saubere Präsentation. Besonders in Kombination mit schwereren Nymphen sollte das Rig nicht zu aggressiv beschleunigt werden.
Die Trockenfliege genau beobachten
Nicht jeder Biss zieht die Trockenfliege deutlich unter Wasser.
Auch ein kurzes Stoppen, ein leichtes Zittern, eine seitliche Bewegung oder ein ungewöhnliches Abbremsen kann auf einen Nymphenbiss hindeuten.
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel anschlagen.
Unbedingt die Gewässerregeln prüfen
Vor dem Einsatz eines Dry-Dropper- oder Hopper-Dropper-Rigs sollten die jeweiligen Gewässerbestimmungen genau geprüft werden.
Entscheidend ist insbesondere, wie viele Haken beziehungsweise Fliegen gleichzeitig erlaubt sind.
An manchen Gewässern dürfen zwei Fliegen gefischt werden, an anderen ist nur eine einzelne Fliege oder ein einzelner Haken zulässig. Teilweise gelten zusätzlich besondere Vorgaben zu Schonhaken, Widerhaken oder bestimmten Gewässerabschnitten.
Auch wenn das Dry-Dropper-Rig technisch einfach aufzubauen ist, darf es deshalb nicht automatisch an jedem Gewässer eingesetzt werden.
Ein Blick in den Erlaubnisschein und die aktuelle Gewässerordnung gehört immer zur Vorbereitung.
Fazit
Das Dry-Dropper-Rig ist eine der vielseitigsten Taktiken beim Fliegenfischen.
Es verbindet die Spannung des Trockenfliegenfischens mit der Effektivität einer Nymphe und erlaubt es, zwei unterschiedliche Wasserschichten gleichzeitig abzudecken.
Die Hopper-Dropper-Variante ist besonders in den warmen Monaten eine hervorragende Wahl. Eine gut sichtbare Heuschrecken- oder Käferimitation kann aggressive Oberflächenbisse auslösen und präsentiert gleichzeitig eine Nymphe in der darunterliegenden Fresszone.
Mit einer ausgewogenen Kombination aus Trockenfliege, Nymphe, Vorfach und passender Rute entsteht eine äußerst effektive Suchmethode.
Ruten wie die Winston AIR 2 in 8’6” oder 9’0” ab Schnurklasse 5 bieten hierfür genau die richtige Mischung aus Kraft, Kontrolle und feiner Präsentation.
Vor dem ersten Wurf gilt jedoch immer: Gewässerordnung prüfen und sicherstellen, dass die verwendete Anzahl an Fliegen und Haken erlaubt ist.
Jetzt viel Spaß beim Fischen!